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Güllepumpe Vogelsang R116-360 mit Hydraulikmotor OMS 160

Beschreibung

Güllepumpe Vogelsang R116-360 mit Hydraulikmotor OMS 160

Ausführung

  • Drehkolbenpumpe R116-360
  • Hydraulikmotor OMS 160

Technische Daten

HerstellerVogelsang
ProduktartDrehkolbenpumpe, hydraulisch angetrieben
BaureiheR116
Baugröße360
AntriebHydraulikmotor OMS 160
MotorbauartOrbitalmotor
Schluckvolumen Motor160 cm³/Umdrehung
FörderprinzipVerdrängerpumpe, berührungslos
Förderrichtungumkehrbar
Ansaugverhaltenselbstansaugend

Produktbeschreibung

Drehkolbenpumpe mit Hydraulikantrieb

Die Pumpe der R116-Baureihe wird über einen Orbitalmotor OMS 160 angetrieben. Sie arbeitet selbstansaugend, die Förderrichtung ist umkehrbar, und die Fördermenge steigt drehzahlproportional.

Der Hydraulikantrieb – das ist der Unterschied

Vogelsang bietet die Pumpen in verschiedenen Antriebskonfigurationen an: mit Elektro- oder Hydraulikmotor oder mit Zapfwellenantrieb.

HydraulikmotorZapfwelleElektromotor
Drehzahlregelungstufenlos über Ölmengeüber Motordrehzahlnur mit Frequenzumrichter
Einbaulagefreian die Welle gebundenfrei
Mobiler Einsatzjajanur mit Generator
Gelenkwelle nötigneinjanein

Was der Hydraulikantrieb praktisch bringt:

  • Stufenlose Drehzahlregelung. Die Fördermenge wird über die Ölmenge eingestellt – ohne die Motordrehzahl zu verändern.
  • Freie Einbaulage. Keine Gelenkwelle, die eine Flucht zur Zapfwelle erzwingt.
  • Platzsparend. Der Orbitalmotor sitzt direkt an der Pumpe.
  • Kein Gelenkwellenschutz nötig – eine Gefahrenstelle weniger.

Warum die Drehzahlregelung bei Gülle zählt: Die Fördermenge einer Verdrängerpumpe steigt drehzahlproportional. Wer die Drehzahl regelt, regelt die Menge – ohne Drosselventile, die Druck aufbauen und Leistung vernichten.

Der Orbitalmotor OMS 160

OMS bezeichnet eine Baureihe von Orbitalmotoren, die 160 steht für das Schluckvolumen von 160 cm³ je Umdrehung.

Was das praktisch bedeutet: Der Motor braucht 160 cm³ Öl für eine Umdrehung. Daraus ergibt sich der Zusammenhang zwischen Ölmenge und Drehzahl:

ÖlmengeDrehzahl rechnerisch
40 l/minrund 250 min⁻¹
60 l/minrund 375 min⁻¹
80 l/minrund 500 min⁻¹

Die Werte sind theoretisch – in der Praxis kommen Leckverluste hinzu. Die Größenordnung zeigt aber, wie die Regelung funktioniert.

Warum Orbitalmotoren für diese Anwendung passen: Sie liefern hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen – genau das, was eine Drehkolbenpumpe braucht, die sich durch zähe Gülle arbeitet.

Das Drehkolbenprinzip

Die Pumpe arbeitet als Verdrängerpumpe.

KreiselpumpeDrehkolbenpumpe
Selbstansaugendneinja
Förderrichtungfestumkehrbar
Menge bei Gegendruckbricht einbleibt nahezu konstant
Zähe Medienproblematischunproblematisch
Mengenregelungüber Drosselüber Drehzahl

Der entscheidende Unterschied: Eine Verdrängerpumpe fördert je Umdrehung ein festes Volumen. Die Fördermenge hängt kaum vom Gegendruck ab – bei langen Leitungen, Höhenunterschieden und zähem Medium liefert sie weiter, während eine Kreiselpumpe einbricht.

Die umkehrbare Förderrichtung

Das ist eines der praktisch wertvollsten Merkmale.

  • Befüllen und Entleeren mit derselben Pumpe und derselben Leitung.
  • Leitungen leersaugen vor dem Abkuppeln – kein Nachlaufen.
  • Verstopfungen freiblasen durch Richtungsumkehr.
  • Rühren und Umwälzen im Behälter.

Beim Hydraulikantrieb ist das besonders einfach: Die Drehrichtung des Orbitalmotors kehrt sich um, wenn der Ölstrom umgekehrt wird – über das vorhandene doppeltwirkende Steuergerät.

Die R116-Baureihe

Vogelsang führt sie im Agrarprogramm als robuste Pumpe mit einfacher Ausstattung.

Was zur Baureihe belegt ist:

  • Zulässiger Druck bei vergleichbaren Konfigurationen: 5 bar.
  • Anschlussgrößen bis DN 150 beziehungsweise 6 Zoll.
  • Verfügbare Konsolen unter anderem für Dreipunktanbau, Stahl feuerverzinkt.
  • Verzinkte Stahlflansche und verschiedene Anschlussformen.

Was das über die Auslegung sagt: Die Baureihe ist auf landwirtschaftliche Anwendungen zugeschnitten – große Mengen bei moderatem Druck.

Wofür die Pumpe eingesetzt wird

  • Gülle umpumpen zwischen Lagern
  • Güllefass befüllen und entleeren
  • Gärreste fördern an Biogasanlagen
  • Behälter umwälzen und homogenisieren
  • Fremdbefüllung bei Lohnarbeit
  • Notentleerung bei Havarie

Die Konfiguration macht die Pumpe

Vogelsang legt die Pumpen anwendungsbezogen aus.

Der Hersteller gibt dazu an: Mit computergestützter Auslegungssoftware wird die optimale Drehkolbenpumpe für den jeweiligen Anwendungsfall konfiguriert.

Was in die Auslegung einfließt:

FördermediumGülle, Gärreste, Schlamm – mit unterschiedlicher Viskosität
Benötigte Mengebestimmt Baugröße und Drehzahl
Förderhöhe und Leitungslängebestimmen den Differenzdruck
Verfügbare Antriebsleistungbestimmt die Ölmenge am Trägerfahrzeug

Was daraus folgt: Baugröße, Antrieb und Anschlüsse bilden ein System. Bei Fragen zur Eignung für die konkrete Anwendung lohnt die Abstimmung mit dem Fachhandel.

Die Hydraulikanforderung – was zu prüfen ist

Der Antrieb braucht Öl vom Trägerfahrzeug.

  • Ölmenge – sie bestimmt die Drehzahl und damit die Fördermenge.
  • Druck – er muss das erforderliche Drehmoment liefern.
  • Rücklaufleitung ausreichend dimensioniert – Staudruck im Rücklauf schädigt Orbitalmotoren.
  • Leckölleitung, falls der Motor sie erfordert.

Der Rücklauf ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird: Ein zu dünner Rücklaufschlauch oder ein gedrosselter Anschluss baut Gegendruck auf. Bei Orbitalmotoren führt das zu Schäden an der Wellendichtung.

Einsatzgebiete

Landwirtschaft und Gülletechnik, Biogasanlagen und Gärrestlager, Lohnunternehmen, Güllefässer und Tankfahrzeuge, stationäre Pumpanlagen, Behälterumwälzung, Separationsanlagen.

Hinweise zum Betrieb

  • Ölmenge, Druck und Rücklaufdimensionierung des Trägerfahrzeugs prüfen – die Angaben der Betriebsanleitung sind maßgeblich.
  • Fördermedium und Werkstoffeignung prüfen; die Elastomerwerkstoffe sind auf bestimmte Medien abgestimmt.
  • Zulässigen Differenzdruck einhalten.
  • Dauerhaften Trockenlauf vermeiden – die Vorgaben der Betriebsanleitung beachten.
  • Saugleitung möglichst kurz und ohne Lufteintritt ausführen.
  • Gehäusehalbschalen bei nachlassender Förderleistung prüfen und nachstellen lassen.
  • Dichtungsbereich regelmäßig kontrollieren.
  • Vor Arbeiten an der Pumpe Antrieb stillsetzen und gegen Wiedereinschalten sichern; Anlage drucklos machen.
  • Bei Arbeiten an Güllebehältern und -leitungen die Gefahr durch Faulgase beachten – nie allein arbeiten.
  • Bei Frostgefahr Pumpe und Leitungen entleeren.
  • Drehkolben sind Verschleißteile – regelmäßig prüfen und rechtzeitig ersetzen.
  • Betriebs- und Serviceanleitung des Herstellers beachten.

Häufige Fragen

Wie wird die Pumpe angetrieben?

Über einen Orbitalmotor OMS 160 mit 160 cm³ Schluckvolumen je Umdrehung. Die Drehzahl und damit die Fördermenge wird über die Ölmenge geregelt.

Was ist der Vorteil gegenüber Zapfwellenantrieb?

Stufenlose Drehzahlregelung über die Ölmenge, freie Einbaulage und keine Gelenkwelle – der Motor sitzt direkt an der Pumpe.

Kann die Pumpe in beide Richtungen fördern?

Ja. Beim Hydraulikantrieb genügt dafür die Umkehr des Ölstroms über das doppeltwirkende Steuergerät.

Warum eine Drehkolbenpumpe und keine Kreiselpumpe?

Sie ist selbstansaugend, die Förderrichtung ist umkehrbar, und die Fördermenge bleibt bei Gegendruck nahezu konstant. Bei zähen Medien bricht eine Kreiselpumpe ein.

Was muss ich an der Fahrzeughydraulik beachten?

Ölmenge und Druck bestimmen Drehzahl und Drehmoment. Besonders wichtig ist eine ausreichend dimensionierte Rücklaufleitung – Staudruck im Rücklauf schädigt Orbitalmotoren.

Wie regle ich die Fördermenge?

Über die Drehzahl, also über die Ölmenge. Die Fördermenge einer Verdrängerpumpe steigt drehzahlproportional – eine Drossel in der Förderleitung ist nicht nötig.

Für welche Medien eignet sich die Pumpe?

Für Gülle, Gärreste und vergleichbare Medien. Die Eignung für das konkrete Fördermedium sollte mit dem Fachhandel abgestimmt werden.

Welche Baugröße brauche ich?

Das hängt von Fördermenge, Förderhöhe, Leitungslänge und verfügbarer Antriebsleistung ab. Vogelsang legt die Pumpen mit computergestützter Software für den jeweiligen Anwendungsfall aus.